Meine grundsätzliche Strategie für meine Regional Essen Challenge habe ich Euch ja im letzten Artikel schon vorgestellt. Heute gehe ich nochmal ein bisschen ins Detail und schau mir die einzelnen Lebensmittelgruppen an. Vielleicht sind auf meiner Einkaufsliste ja auch ein paar Ideen für Euch dabei?

Fleisch und Wild

Ich finde da sind wir in Salzburg ganz gut aufgestellt. Vor allem Rind und Wild dürfte kein Problem sein. Ich kaufe mein z.B. gern bei Franzi Kriechbaum auf der Schranne oder beim Auernigg in Hallwang ein. Auf deren Aussage kann ich mich voll verlassen. Generell wird man auf der Schranne sehr gut fündig, auch in Sachen Wild.

Einmal im Jahr bekomme ich auch Wildfleisch direkt vom Jäger, das ist natürlich totaler Luxus.

Beim Schwein dürfte es übrigens etwas schwieriger werden, da es gar nicht so viele Schweinebauern in Salzburg gibt. Da halte ich Euch auf dem Laufenden.

Geflügel und Eier

Ähnlich wie beim Schwein, dürfte auch beim Geflügel die Sache nicht ganz so einfach werden. Es gibt zwar viele Hühner-Eier-Lieferanten in Salzburg, aber kaum Geflügelfleischproduzenten. Das könnte ein Problem werden, weil es bei uns doch ab und zu Huhn gibt… Hab aber einen kleinen Tipp von meiner Mitarbeiterin Angelika bekommen. Es gibt wohl einen Hühnerbauern in Elixhausen, der auch schlachtet. Da werde ich noch weiter recherchieren…

Eier hol ich mir von der Nicole Leitner in Anif. Sie beliefert auch den Sparmarkt in Elsbethen und hat einen „Eier-Kühlschrank“ in Anif beim Maximarkt Kreisverkehr.

Fisch

Gar kein Problem. Beim Grüll in Grödig, an den Fisch-Ständen auf der Schranne werde ich auf jeden Fall fündig. Wichtig ist halt, dass jetzt auch im Restaurant noch heimischer Fisch auf den Tisch kommt: Forelle, Saibling, Zander, Waller, Hecht, usw.

Meeresfrüchte, Lachs und Thunfisch sind jetzt erstmal abgeschrieben. Das heißt gleichzeitig, dass ich etwas auf meine Omega-3 Versorgung achten muss. (Gibt‘s Leinöl-Produzenten in Salzburg???)

Milchprodukte

Das ist auch so ein Heimspiel. Die Salzburger Landmilch, die Hofkäserei, der Mattigtaler, ganz viele Schafmilchproduzenten,… Regionale Milchprodukte findet man bei uns wirklich in jedem Supermarkt.

Mehl

Da gibt‘s wirklich nur zwei Salzburger Produkte: den Laufener Landweizen und den Tauernroggen. Hab ich auch nicht gewusst, aber Salzburg ist kein Weizenland!  Kaufen kann man die in ein paar ausgewählten Supermärkten (offenbar auch beim Merkur) oder direkt im Mühlenladen der Lerchenmühle in Golling.

Brot

Okay, hier stoßen wir auf die erste Grenze oder vielleicht auch Auslegungssache. Fakt ist, Mehl gibt‘s in Salzburg also kaum. Folglich werden auch die meisten Brot und Gebäcksorten der Salzburger Bäcker NICHT mit Salzburger Mehl hergestellt sein. Jetzt stellt sich die Frage: genügt mir auch „Hergestellt in Salzburg“? Vielleicht verzichte ich vorsorglich lieber ganz auf Brot. Das tut mir auch gut, denn Brot sollte man eh nicht in Übermaß konsumieren. Oder ich frage mal im Mühlenladen in Golling nach, welcher Bäcker denn mit dem Laufener Landweizen oder dem Tauernroggen backt.

Reis

Der fällt natürlich weg und ist schon ausgemistet. Hab aber gesehen, dass es einen Salzburger Dinkelreis gibt. Der dürfte nur nicht so leicht zu bekommen sein. Mal sehen.

Nudeln

Bei der Hühnerbäuerin Nicole Leitner gibt‘s auch Nudeln, die eine befreundete Bäuerin herstellt. Fragt sich nur noch, wo das Mehl dann herkommt. Verzichten werde ich darauf Nudeln selbst herzustellen. Ein völliges No-Go sind die ganzen Reis- und Asianudeln und auch Barilla hat im August mit mir keine Kundin.

Müsli

Könnte schwierig werden. Möglicherweise muss ich bei Haferflocken und Co. auf österreichische Produzenten ausweichen.

Nüsse

Meines Wissens gibt‘s in Österreich zwar Walnüsse und wohl auch Haselnüsse, aber bestimmt keine Cashewkerne oder Macadamias. Und: reichen unsere Walnussbäume überhaupt aus, um den heimischen Markt zu befriedigen?

Gemüse

Zucchini, Melanzani, Tomaten, Gurken und Salat habe ich ausreichend im Garten. Abgehakt.

Kartoffeln gibt‘s aus dem Lungau, auch kein Problem. Außerdem habe ich heuer Süßkartoffeln angebaut. Alle anderen heimischen Gemüsesorten gibt‘s in Hülle und Fülle auf dem Markt. Easy.

Honig

Das dürfte auch nicht schwer werden. Die Do-it-yourself Imker liegen ja schwer im Trend. Honig aus Salzburg habe ich sogar im ganz normalen Supermarkt gefunden.

Obst

Ein bisschen schwieriger. Meine Schwiegermama Käthe hat einen Marillen, Trauben und einen Birnbaum, ich selbst einen Apfelbaum. Himbeeren und Heidelbeeren hätte ich auch, allerdings reichen die bei weitem nicht für meinen Konsum. In Wals gibt‘s einen Bauern, der auch Melonen anbaut. Da werde ich auf jeden Fall einmal vorbeischauen.

Tabu sind: Bananen, Wassermelonen, Mango, Papaya, usw.

Baut jemand im Garten Pfirsiche an? Die mag ich eigentlich auch ganz gern.

Eis

Ui, jetzt wird‘s wieder schwierig. Es gibt zwar heimische Produzenten von Eis (ja sogar ein paar Bauern machen das!), aber der Zucker kommt natürlich nicht aus Österreich. Auch die Vanille nicht.

Auf der garantiert-regional.at Seite habe ich allerdings gelesen, dass bei der Verwendung von Zucker eine Ausnahme gemacht wird, weil es den halt einfach nicht bei uns gibt und er doch für viele Produkte ein wichtiger Zusatz ist.

Ich werde es so halten: auf Zucker sollte ich eh mal wieder verzichten. Wenn ein Eis, dann vom heimischen Produzenten und damit ein Auge zugedrückt.

Salz

Man mag es nicht glauben, aber ein in Salzburg selbst wird kaum Salz produziert. Eine kleine Ausnahme gibt‘s: Das handgeschöpfte Salz vom Salzburger Natursalz

Aber das Berchtesgadener Land ist ja um die Ecke und in Bad Reichenhall werde ich natürlich fündig. Meersalz gibt‘s jetzt halt mal keines.

Kräuter und Gewürze

Kräuter natürlich kein Problem (im Garten), Gewürze schon eher. Pfeffer werde ich durch Chili aus dem Garten ersetzen. Sojasoße ist tabu. Und alle weiteren Gewürze, wie Curry, Paprika & Co.? Kann ja auch nicht zielführend sein, dass ich gar nicht mehr würze? Vielleicht konzentriere ich mich auf „hergestellt in Salzburg“. Irgendwelche Ideen von Euch?

Essig und Öle

Der Joglbauer produziert ganz viele Essigsorten und ich bin mir sicher, dass ich beim Rochushof hier auch einiges finden werde. Beim Öl wird es bestimmt schwieriger. Rapsöl gibt‘s aus Österreich, aber aus Salzburg?? Werde mich mal an die Salzburger Ölmühle wenden und sehen, ob ich dort fündig werde.

Säfte

Trinke ich zwar kaum, wüsste aber schon wo. Käthe lässt aus ihren Äpfeln immer Saft pressen, macht selbst einen Hollersaft und der Bio-Bauer Joglbauer hat ganz viele selbst gemachte Sirups. Da werde ich zuschlagen. (Der Hugo ist schon gerettet).

Bier

Endlich mal was Leichtes. Stiegl und Trumer Bier natürlich! Klar kann man sagen, der Hopfen wird bei uns nicht angebaut, aber in diesem Fall sind wir nicht kleinlich. Außerdem werde ich nach Wildshut fahren. Das ist eine kleine, alte Brauerei, die Stiegl vor ein paar Jahren übernommen und daraus ein wahres Kleinod gemacht hat. Für das Wildshuter Bier wird nicht nur der Hopfen angebaut, sondern auch jede Menge Ur-Getreidesorten. Daraus werden eine Reihe von richtig tollen Bieren mit noch tolleren Namen (z.B. „G‘mahde Wies‘n“, „Sommerliebe“, etc.) gebraut. Einziger Wermutstropfen. Wildshut liegt schon in Oberösterreich (auch nur ganz knapp!).

Wein

Da muss ich auf Österreichische Weine ausweichen. Es gibt zwar einen Wein vom Mönchsberg, aber man muss es ja nicht übertreiben. Aber unsere Österreichischen Weine und Schaumweine sind ja sowieso ausgezeichnet. Da muss man auf nichts verzichten.

Gin

Ich liebe Gin Tonic und JA, es gibt Salzburger Gin Lieferanten, z.B. den Guglhof!! Auch den neuen Wermut von Sporer kann man wie Gin Tonic verwenden.

Einen Tonic Produzenten kenne ich sogar persönlich, nämlich von Lobsters. Die Sache ist mal geritzt. 🙂

Wasser

Prinzipiell trinke ich Leitungswasser und habe auch einen Sodastream für weißen Spritzer und so. Heimisches Mineralwasser gibt‘s von Gasteiner.

Tee und Kaffee

Ojee. Beides gestrichen. Zumindest Kaffee und grüner Tee. Das wird hart. Was bleibt ist Kräutertee und vielleicht heimischer Früchtetee. Meine Kräuterhexe Bettina kann mir da bestimmt weiterhelfen. Vielleicht kann ich sie dazu überreden mir eine Teemischung aus selbst gesammelten Kräutern zu überlassen? Ich selbst sammel zwar gern, hab‘s aber nicht so mit dem Trocknen…

 

 

Je weiter man in die Materie einsteigt, desto spannender wird es übrigens. Sehr schnell ist man beim Thema Etikettenschwindel angelangt. Was heißt denn eigentlich „Hergestellt in Österreich“? Was hat dieses Etikett auf der Nussmischung für eine Bedeutung, wenn weder Cashews noch Mandeln in Österreich angebaut werden?

Für mich bedeutet das: viel Stoff für einen neuen Blog-Artikel!!

 

Vielleicht hab ich meinen Mund etwas zu voll genommen. „30 Tage regional essen, das kann doch nicht so schwer sein“, hab ich mir gedacht. Vor allem nicht mitten im Sommer. Da hab ich ja schon die Hälfte der Sachen im Garten!

Nach einigen Tagen Recherche und dem ersten Ausmisten nicht-regionaler Lebensmittel bin ich mir plötzlich nicht mehr so sicher. Auf einmal wird mit bewusst, wie viele Dinge ich konsumiere, die einiges an Transportweg hinter sich haben: Reis, sämtliche asiatischen Produkte, aber auch Tomaten aus der Dose und natürlich ALLE gezuckerten Produkte (gut, auf die sollte ich eh mal wieder verzichten.)! Und mein geliebtes Olivenöl und der gute Balsamico-Essig, ganz zu schweigen von den Gewürzen!

Nach kurzer Zeit wird klar: ich muss die Sache sehr genau planen, damit sie überhaupt Aussicht auf Erfolg hat.

Schritt 1: Wo gibt‘s was?

Mein erster Weg führte mich zu „Mr. Regional Salzburg“, Gerald Reisecker. Er ist Geschäftsführer vom Salzburger Agrarmarketing und Mit-Initiator des „Salzburger Land Siegels“. Außerdem hat er die Plattform „Salzburg schmeckt“ ins Leben gerufen, quasi ein virtueller Marktplatz für heimische Produkte und Lieferanten. Von ihm habe ich nicht nur hilfreiche Tipps für die Umsetzung bekommen, sondern auch einen der besten Website Links für mein Vorhaben: www.garantiert-regional.at. Auf dieser Seite findet man inzwischen über 400 Produkte, die garantiert aus Salzburg stammen.

Dort habe ich auch einige der Produzenten und Bauern gefunden, die ich schon mal für meine Videos besucht habe: den Bio-Bauern Pionier Joglbauer, die Hühner-Bäuerin Nicole Leitner oder auch Walter Grüll mit seinem Salzburger Kaviar.

Schritt 2: Spielregeln festlegen

Inzwischen ist mir klar: zu 100% Salzburger Land wird schwierig bis unmöglich. Dafür dürfte ich in den 30 Tagen nicht essen gehen, keine Wein trinken oder auch so gut wie keine Gewürze verwenden. Und da ich eher der pragmatische als der dogmatische Typ bin, habe ich mir folgende Spielregeln überlegt:

  1. Wenn es ein Produkt aus Salzburg gibt, dann verwende ich Zuhause keine andere Alternative.
  2. Gibt es bestimmte Lebensmittel in unserem Bundesland einfach nicht, dann darf sich meine Auswahl auch auf österreichische Produzenten erweitern.
  3. Da wir in Salzburg dem Berchtesgadener Land ganz nah sind (und immerhin Bayern meine alte Heimat ist), dürfen auch solche Produkte mit dabei sein.
  4. Im Restaurant werde ich das Bestmögliche versuchen und vor allem bei den Hauptzutaten (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Gemüse, …) auf Regionalität achten. (Hier werde ich ein Auge zudrücken, wenn es um verwendete Öle, Gewürze, etc. geht).
  5. Schwierig wird es wahrscheinlich bei Einladungen. Da muss ich mir noch was überlegen. Das Beste wird sein den Gastgeber vorher zu informieren…. Vielleicht habt Ihr da einen Tipp?

Auf jeden Fall werde ich noch für jede Lebensmittelgruppe eine separate Strategie, quasi eine regionale Einkaufsliste erstellen.

Schritt 3: Einkaufen gehen

regional essen Challenge Auf der garantiert-regional.at Seite findet man auch die entsprechenden Geschäfte, wie z.B. den Rochushof, Feldingers, Joglbauer, Schranne, etc.

Ich werde einfach einmal einige abklappern und mit einen entsprechenden Vorrat zulegen. Dann wird meine Schwiegermama bombardiert, denn die hat einen großen Obst- und Gemüsegarten und produziert auch selbst Hollersaft und so.

Meine Vermutung ist, dass ich erstmal ziemlich aus meiner Komfortzone raus muss, bis sich (hoffentlich) die neuen Einkaufsgewohnheiten etabliert haben.

Aber ich freue mich darauf auch einige neue Bauernläden, Mühlen und Märkte kennen zulernen, wie z.B. die Bäuerinnen in Kuchl, die sich zusammen getan haben und am Wochenende Ihre Produkte am Hof verkaufen.

Schritt 4: Neue Rezepte überlegen

Auch hier werde ich raus aus der Komfortzone müssen und meine Standard-Gerichte etwas abwandeln und ggf. neue kreieren müssen. Das fängt schon bei den vielen Gerichten mit Olivenöl an. Da werden ich wahrscheinlich auch auf der „Salzburg schmeckt“ Website fündig. Für diese Seite habe ich selbst schon öfter Rezepte geschrieben, jetzt ist es an der Zeit ein paar Ideen für mich zu suchen.

Schritt 5: Loslegen

Gemeinsam geht natürlich alles leichter. Meine Family habe ich schon vorgewarnt. Die ist mittelmäßig begeistert (vor allem die Jungs), aber ich werden mich so ins Zeug legen, dass sie am Ende happy sind.

Ich hoffe natürlich, dass ich noch mehr Leute mitreißen kann mitzumachen. Wenigstens für ein paar Tage. Dafür habe ich auch eine eigene Facebook Gruppe eingerichtet. Ich werde mich bemühen möglichst regelmäßig meine Erfahrungen zu teilen und würde mich natürlich auch über andere Beiträge freuen. Wer weiß, vielleicht bist Du ja auch auf den Geschmack gekommen?

Kochdauer: 35 Minuten Gesamtzeit
20 Minuten Vorbereitung & 15 Minuten Kochzeit

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Saiblingsfilets
  • (Zitronen-)Salz, Pfeffer
  • Butterschmalz, Olivenöl
  • 2 Zucchini
  • 3 gelbe Rüben
  • 4 Karotten
  • 2 Stangen Knoblauchgras (alt.: 1 Knoblauchzehe)
  • Salz (z.B. grobes Meersalz), Pfeffer
  • Butter

Zum Garnieren: dünne Zitronenscheibe, frische Kräuter

So wird’s gemacht:

Gemüse schälen und mit einem Spiral- oder Julienneschneider in lange spaghettiartige Streifen abziehen. 5 Minuten im Dampfgarer dämpfen oder kurz blanchieren. In Eiswasser abschrecken, damit das Gemüse eine schöne Farbe behält.

Knoblauchgras in feine Röllchen schneiden bzw. Knoblauch hacken.

Saiblingfilets entgräten und trocken tupfen. Salzen und pfeffern. Auf beiden Seiten in einer Mischung Butterschmalz und Olivenöl anbraten. Auf einem Küchenkrepp das überschüssige Fett abtropfen lassen.

Etwas Butter in einer zweiten Pfanne erhitzen, Knoblauchgras oder Knoblauch vorsichtig anbraten (darf nicht braun werden), Gemüsespaghetti dazu geben und kurz in der Butter schwenken, salzen, pfeffern.

Anrichten und mit frischen Kräutern (z.B. Schnittlauch, Kresse, Dille) und einer dünnen Zitronenscheibe garnieren.

 

Getränke:
Zum Genuss: einen trockenen Weißwein
Zum Durst: ein kühles Salzburger Bier


Hinweis:

Knoblauchgras kann man in Salzburg auf der Schranne kaufen. Es hat einen feinen Knoblauchgeschmack, der nicht zu intensiv ist und lässt sich leicht verarbeiten.

 

Das Gericht habe ich übrigens anlässlich eines Artikels für die Salzburger Zeitschrift Stadtblatt gekocht. Mit dabei waren der Redakteur Martin Schöndorfer und mein Lieblingsfotograf Günter Freund. Dabei sind auch die vielen schönen Bilder entstanden. Das ist dann schon immer ganz praktisch, wenn man den Fotografen mit dabei hat und sich ganz aufs Kochen konzentrieren kann.

 

Geht sich die Bikinifigur noch aus?  Diese Frage stellt sich jedes Jahr im Mai oder spätestens im Juni. Zumindest bei mir ist as so. Nicht dass ich generell unzufrieden wäre mit meiner Figur, im Gegenteil. Aber ein Bikini ist halt dann doch schonungslos und verhüllt quasi nichts. Den Sommer finde ich in diesem Zusammenhang doppelt schwer. Man genießt die lauen Abende am Balkon, das ein oder andere Glas Wein oder auch mal ein Eis. Nicht gerade das Paradeprogramm für perfekte Formen (na ja, wer will denn schon perfekt sein…) und die Bikinifigur.

Aber machen wir uns nichts vor. Jeder weiß, dass eine langfristige Ernährungsumstellung sinnvoll und das vorrangige Ziel eines jeden sein sollte, der mit ein paar Kilos zuviel zu kämpfen hat. In der Praxis sind es aber gerade die 3-4 Kilo, die jetzt zum Urlaub noch schnell runter müssen um zur Bikinifigur zu kommen.  Ein knackiges Training ist dabei das A und O, aber ohne ein paar zusätzliche ernährungstechnische Maßnahmen geht es auch wieder nicht. Also, was tun?

Hier mein Erste-Hilfe-Programm: 

Variante 1: Ich entscheide mich für eine strenge Diät oder Kur und ziehe diese gnadenlos durch. Dabei gibt es durchaus interessante und auch erfolgreiche Ansätze auf dem Markt, sei es das Stoffwechselprogramm metabolic balance oder die immer wieder schwer diskutierte HCG-Diät (auch unter dem Namen 21-Tage-Stoffwechselkur bekannt). Diese Variante funktioniert (bei Auswahl des richtigen Programms) für die Bikinifigur zweifelsohne gut. Hier stellt sich die Frage eher, ob ich derzeit bereit bin ein solches Programm durchzuziehen, oder ob die Verlockungen (erste Grillabende, etc.) nicht doch zu groß sind.

Variante 2: Ich setze Akzente und fokussiere mich auf ein paar Maßnahmen, die auch wirklich was bringen. Im Folgenden kommen meine persönlichen Tipps, die alle nicht neu, aber trotzdem wirkungsvoll auf dem Weg zur Bikinifigur sind. Ausschlaggebend ist dabei die Konsequenz in der Umsetzung. Diese muss keinesfalls 100% perfekt, aber eben so gut wie möglich sein.

 

  1. Zucker ist tabu

Dass Zucker in größeren Mengen unserem Körper schadet ist schon lange kein Geheimnis mehr. Er ist der Insulintreiber Nummer 1 und fördert damit die Gewichtszunahme wie kaum ein anderer Nährstoff. Ja, es gibt Zuckeralternativen, und sogar einige ganz gute (Kokosblütenzucker, Birkenzucker, Lucuma, …). Allerdings tut man sich keinen Gefallen, wenn man Kristallzucker einfach 1:1 gegen diese Alternativen tauscht. Denn nur wenn der Körper einige Zeit mal komplett vom Zucker runter ist, verlangt er auch nicht mehr so stark danach. Daher rate ich zu 2-3 komplett zuckerfreien Wochen (auch versteckten Zucker beachten) um danach Zuckeralternativen sinnvoll und in Maßen wieder einzubauen. Der Körper dankt es auf dem Weg zur Bikinifigur mit schnellem Gewichtsverlust.

 

  1. Weißmehl weglassen

Wer wirklich schnelle Erfolge erzielen möchte, lässt Weißmehl für diese Zeit komplett weg und reduziert auch das Vollkornmehl drastisch. Es gibt genügend andere Kohlenhydratquellen (Quinoa, Kartoffeln, etc.), die auch einen Sportler gut versorgen können. Zum Frühstück lieber ein Porridge oder ein Müsli mit Haferflocken, gesüßt mit geriebenen Äpfeln oder Beeren!

 

  1. Nur drei Mahlzeiten am Tag

Die meisten Menschen profitieren davon, wenn sie nur dreimal am Tag essen und die Zwischenmahlzeiten weglassen. Wenn schon naschen, dann Lebensmittel mit niedriger Blutzuckerwirkung (Nüsse, Rohkost, Obst in Maßen).

 

  1. Zweimal pro Woche eine 14-Stunden Pause

Vor allem Anti-Aging Papst Dr. Dr. Johannes Huber hat viel über die so genannte 14-Stunden Pause erforscht: unsere Wachstumshormone (da geht es um das Jungbleiben der Zelle), aber auch die Hormone, die unseren Fettstoffwechsel steuern, arbeiten einfach besser unter Nahrungskarenz – vor allem in der Nacht und im Besonderen in den Stunden rund um Mitternacht. Konkret bedeutet das: wer es schafft zwei- oder dreimal pro Woche die letzte Mahlzeit um 16 oder 17 Uhr zu sich zu nehmen um dann erst wieder um 9 Uhr zu frühstücken, betreibt nicht nur aktives Anti-Aging, sondern tut auch was für Figur. Diese Maßnahme hat sich auch bestens bewährt, um nach einer Diät das Gewicht zu halten.

 

  1. Natürliche Fatburner einbauen

Von Fatburner-Lebensmitteln darf man sich keine Wunder erwarten. Noch keiner hat signifikant durch Chili essen abgenommen. Aber in der Summe haben diese Lebensmittel trotzdem einen Effekt und unterstützen die anderen Maßnahmen. Zu diesen Lebensmitteln zählen neben Chili auch Ingwer, grüner Tee oder auch Kohlgemüse (man denke an die berühmte Kohlsuppe). Die Schalen von Krustentieren gelten aufgrund ihres Chitingehalts als natürlich Fettblocker, d.h. sie erschweren die Aufnahme von Fett aus dem Darm. Daher bieten sich kleine Krevetten, die mit Schale gegessen werden ebenfalls gut an.

 

  1. Basisch essen

Klingt banal, ist aber für die Bikinifigur enorm wichtig und sehr deutlich an klareren Gesichtszügen und strafferer Haut zu erkennen. Wer übersäuert ist, nimmt nicht ab. Dazu blockieren Säureablagerungen im Bindewebe viel zu sehr das gesamte Fettstoffwechselsystem. Daher heißt es jetzt Säurebildner einzuschränken. Wer auf Zucker und Weißmehl verzichtet, hat hier schon viel geschafft. Dann noch Finger weg von Fertigprodukten und Wurstwaren, und die halbe Miete ist geschafft. Wer besonders brav ist, reduziert auch Fleisch, Fisch und Käse und setzt hier konsequent auf Bio-Ware.

Dafür kommt viel Grünes auf den Tisch. Vor allem das Blattgrün der Wildkräuter tut hier gute Dienste. Aber im Grunde sind fast alle Obst-und Gemüsesorten gute Basenlieferanten. Ein Geheimtipp für Hartgesottene: die japanische Umeboshi Aprikose.

Hier findet Ihr noch ein paar Maßnahmen bei Übersäuerung.

 

  1. Achtung Obst

Gerade in dieser Jahreszeit neigt man dazu verstärkt Obst zu essen oder Smoothies zu trinken. Hier rate ich eindeutig zur Vorsicht. Obst ist gesund (und natürlich basisch) und enthält viele Vitamine, das steht außer Frage. Aber Obst enthält eben auch viel Trauben- und Fruchtzucker. Und beides ist schlecht, wenn man zuviel davon bekommt. Daher rate ich dazu pro Tag nicht mehr als 3 Stück Obst zu konsumieren. Am besten man greift zum Green Smoothie mit viel Grünzeug (halt Salat und so) drin.

 

  1. Eiweiß richtig einsetzen

Eiweiß als Baustoff der Muskelzelle ist enorm wichtig und sollte Teil einer jeden Mahlzeit sein, bei Bedarf durchaus auch ergänzt durch entsprechende Nahrungsmittelergänzung. (Hier kommt es sehr auf den individuellen Trainigsplan an.) Um den Säure-Basen-Haushalt stabil zu halten, rate ich dazu Eiweißsorten pro Mahlzeit nicht zu stark zu mischen, denn wie schon oben angedeutet, sind viele Eiweißquellen Säurebildner. Hier sollte man unbedingt auf Qualität achten (gilt vor allem für Fleisch!). Vor allem, wenn der Eiweißbedarf sehr hoch ist, kann eine Ergänzung von Aminosäuren, z.B. in Kapselform durchaus sinnvoll sein um den ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt nicht zu belasten.

9. Suppentage einbauen

Wenn es mit der Bikinifigur eng wird, baue ich gern mal ein oder zwei Gemüse- oder Kohlsuppentage ein. Das funktioniert für einen kurzen Zeitraum sehr gut, spätestens ab dem 4.Tag muss man eine Eiweißquelle mitaufnehmen oder Aminosäuren in Kapselform zu sich nehmen. Bei der Kohlsuppe gibt es jede Menge Rezepte. Ich halte mich da auch gern an ein Rezept von Marion Grillparzer aus „33 Magische Suppen“ und variiere je nachdem was ich im Kühlschrank habe mit anderen Gemüsesorten und frischen Pilzen.

 

Bikinifigur und  Kohlenhydrate?

Natürlich fällt der Gewichtserfolg umso größer aus, je mehr ich darauf achte Kohlenhydrate einzuschränken (Gemüse ausgenommen). Hier kommt es jedoch sehr darauf an, welches Sportprogramm ich fahre. Je mehr (intensives!) Ausdauertraining, desto mehr Kohlenhydrate werden verbraucht. Und desto mehr Verlangen nach Kohlenhydraten wird der Körper auch entwickeln. Dieser Bedarf sollte auch gedeckt werden.

In der Praxis überschätzen jedoch viele Freizeitsportler den Kohlenhydratbedarf gewaltig und führen nach einem Training mehr davon zu als notwendig. Die Folge: man nimmt nicht ab. Hier rate ich dazu den eigenen Trainingsumfang wirklich kritisch zu hinterfragen und durchaus auch einmal auszutesten, ob man nicht mit weniger Nudeln und Co auskommt. Die ersten Tage muss sich der Körper oft umgewöhnen und ein verstärktes Hungergefühl stellt sich ein. Doch mit der Zeit programmiert sich der Körper quasi um und lernt früher in den Fettverbrennungsmodus zu wechseln. Das wurde sogar bei Intensiv-Ausdauersportlern schon eindrucksvoll belegt. Wer sich hier näher einlesen möchte, dem empfehle ich das Buch „Mehr vom Sport“ (Worm, Opoku-Afari).

Faustformel für Freizeit-Sportler:
Die Erfahrungswerte, die ich in den letzten Jahren während meiner Tätigkeit sammeln konnte, führen zu einer leichten Faustformel, die auf den Großteil der Freizeitsportler anzuwenden ist:

In Abnehmphasen empfehle ich maximal 2-3 kohlenhydratreiche Hauptmahlzeiten (wie Nudel- oder Reisgerichte) pro Woche, in Stabilisierungsphasen 3-5. Hier muss sicherlich jeder für sich selbst herausfinden, was die kritische Menge an verträglichen Kohlenhydraten ist. Hier gibt es genetische Unterschiede, die sich im Übrigen auch durch diverse DNA-Tests herausfinden lassen.

Eure Tipps? 

Natürlich gehört zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung noch einiges mehr und sicherlich habt Ihr auch noch den ein oder anderen Geheimtipp auf Lager. Ich bin jedoch überzeugt, dass allein diese Maßnahmen schon ausreichen und auf dem Weg zur Bikinifigur einen entscheidenden Schritt nach vorn macht, vorausgesetzt man ist konsequent.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Shapen und fit werden für die Bikinifigur!

 

ConnyPure

Schaut bei meinem Youtube Channel ConnyPure vorbei! Hier habe ich, zum Thema passend, genau das richtige Video Rezept für euch – Fisch im Bananenblatt gegrillt, total figurfreundlich und lecker.