Jetzt geht’s wieder los. Jetzt wird gefastet. Mit Saft, Suppe oder einmal ohne alles. Die Motivation ist hoch. Die gesellschaftliche Akzeptanz könnte nie besser sein als jetzt. Bleibt nur noch die Frage: macht Fasten eigentlich schlank? Insider wissen: eine Woche Fasten bedeutet mittelfristig ein Kilo MEHR auf der Waage! Wie, das kann doch nicht sein. Da strengt man sich an und hinterher soll das böse Erwachen kommen? Nun ja, nicht ganz. Es kommt darauf an WARUM Sie fasten wollen? Ursprünglich hat das Fasten ja etwas Religiöses bzw. Spirutuelles. Der Geist sollte geschult werden, die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung erhöht. Dies sind in der Regel auch die Hauptmotive vieler Fastenfans, ähnlich wir beim sog. „Runners‘ High“ kommt es auch beim Fasten zu Glücksgefühlen. Man fühlt sich seinem Körper überlegen, verspürt nach einigen Tagen keinen Hunger mehr und hat sogar das Gefühl „eigentlich gar nicht mehr essen zu müssen“. Es hat mit geistiger und körperlicher Reinigung zu tun. Nach dem Fastenbrechen werden Speisen besonders intensiv wahrgenommen und der Kick einer guten Mahlzeit ist unvergleichlich.

Das alles spricht für’s Fasten. Doch es sprechen auch einige Dinge dagegen. Vor allem, wenn die Fastenkur mehr als drei Tage andauert, wird es nämlich für den Körper brenzlig. Denn die Eiweißversorgung wird knapp. Eiweiß – genaugenommen die sog. acht essentiellen Aminosäuren brauchen wir nämlich zum Leben wie Luft und Wasser. Sie sind der Baustoff für jede Körperzelle. Kommt kein Eiweiß über die Nahrung rein, muss körpereigenes Eiweiß abgebaut werden. Nachdem unser Körper ein cleveres Kerlchen ist, holt er sich das Eiweiß dort, wo es am wenigsten benötigt wird – aus der Muskulatur. Weniger Muskeln bedeutet aber auch weniger Grundumsatz. Uns Körper schraubt also auf Sparflamme – und bleibt da auch erst einmal. Auch wenn später wieder Eiweiß nach kommt. Denn man kann ja nie wissen, wann die nächsten schlechten Zeiten anbrechen. Das Ergebnis kennt jeder, der schon mal einen Diät gemacht hat (statistisch übrigens jede zweite Frau in Österreich): der JO-JO EFFEKT. Das Gewicht schießt wieder schlagartig nach oben.

Meine Conclusio: Fasten ist zum Abnehmen keinesfalls geeignet, kann aber ein guter Einstieg in eine Ernährungsumstellung sein. Übrigens: auch wenn man in Länder mit fremdartigen Essen reist ( Denke an Durchfall & Co.) können ein paar Tage Fasten inkl. Darmentleerung im Vorfeld helfen, sich am Zielort schnell auf das neue Essen einzustellen.

Hier meine Tipps zum richtigen Fasten:

  • Wer seine Ernährung umstellen möchte, startet am besten mit ein, zwei oder maximal drei Entschlackungstagen (z.B. mit Gemüsebrühe).
  • Eine Darmentleerung (z.B. mit Bittersalz) hilft Altes loszulassen und Platz für Neues zu schaffen. Außerdem gut gegen den Hunger in den ersten Tagen.
  • Wer eine längere Fastenkur machen möchte, sollte sich mental gut darauf vorbereiten. Passt es zeitlich? Habe ich genug Ruhe und Muße dafür? Lesen Sie sich in die Thematik ein, schließen Sie sich einer Fastengruppe an oder beziehen Sie einen Arzt mit ein. Wer die Luxusvariante bevorzugt geht gleich auf Fastenurlaub. Ist zwar oft genauso teuer wie ein Urlaub im 5-Sterne Hotel – aber man kann sich immerhin voll und ganz auf sich konzentrieren.
  • Prüfen Sie mehrere Fastenvarianten. Was passt zu Ihnen? So wird Saftfasten z.B. nicht von jedem vertragen. Fühlen Sie in sich hinein oder besprechen Sie die beste Variante mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberaterin.
  • Für bestimmte Gruppen ist Fasten tabu: Schwangere, Stillende, Kinder oder ältere Personen sollten generell die Finger davon lassen. Auch bei vielen Erkrankungen kann Fasten sogar gefährlich sein. Im Zweifel immer mit dem Arzt absprechen.
  • Die wichtigste Zeit kommt nach dem Fasten. Das sog. Fastenbrechen, die ersten Mahlzeiten, die ersten zwei Wochen danach entscheiden darüber, ob Sie in die Jo-Jo-Falle tappen oder langfristig einen Bonus herausholen. Hier kann die Hilfe eines Ernährungscoaches sehr hilfreich sein.

Ich bin für „Fasten Light“: Nutzen Sie die Fastenzeit um ein bestimmtes Ernährungslaster endlich aus dem Weg zu räumen oder zumindest besser damit umzugehen. Ganz egal, ob Sie auf Süßes, auf Alkohol oder ein paar Wochen auf Fleisch verzichten. Ihr Körper wird sicher mit einem positiven Signal darauf antworten – vielleicht sogar indem er Sie um ein paar Kilo erleichtert ;-).

 

Winterzeit ist Südfrüchtezeit, oder? Immerhin muss man sich versorgen mit den ganzen wichtigen Vitaminen, die uns gesund durch die letzten Winterwochen bringen. Allen voran natürlich Vitamin C. Aber auch die Vitamine A und E und die vielen sekundären Pflanzenstoffe stärken unser Immunsystem. Aber wie frisch sind Mango und Co. überhaupt noch, wenn sie bei uns auf dem Frühstückstisch landen?  Und außerdem: wie sieht es eigentlich mit dem sog. ökologischen Footprint der süßen Früchtchen aus? Ist es überhaupt noch vertretbar sich eine Kiwi aus Neuseeland schmecken zu lassen?

 

In der Tat wurden (und werden auch immer noch) Früchte unreif geerntet, damit sie auf dem langen Seeweg nachreifen. Bei den sogenannten nachreifenden Früchten (wie z.B. Mango, Bananen, Kiwi, Avocado, etc.) funktioniert das auch mehr oder weniger gut. Klar, die Sonne konnte ihre Kraft nicht bis zum letzten Atemzug der Frucht wirken lassen. Der Vitamingehalt ist entsprechend geringer. Daher hat die Industrie in den letzten Jahren fleissig an  neuen Kühl- und Lagerhaltungsmethoden gebastelt.

 

Genaugenommen funktioniert es so: man stellt in den entsprechenden Containern eine so genannte „controlled athmosphere“ ( CA) her. Der Sauerstoffanteil in der Luft wird reduziert, der Stickstoffanteil und die Luftfeuchtigkeit erhöht. Dann wird alles auf wenige Grad runtergekühlt. Die Südfrüchte werden dadurch in eine Art künstlichen Tiefschlaf versetzt. Der Reifungsprozess wird unterbrochen – und das für Wochen oder sogar Monate! (Manche Transportschiffe sind 60, 70 oder 80 Tage unterwegs…) Übrigens: auch Äpfel, die wir im Frühjahr essen, lagern seit Herbst in CA-Lagerhallen.
Der Vorteil dieser Lagerhaltung / Transportmöglichkeit: die Früchte können nun wesentlich reifer geerntet werden und trotzdem per Schiff (das ist am umweltfreundlichsten) transportiert werden.  Sobald sie aus der CA rausgekommen, reifen sie mehr oder weniger schlagartig zu Ende.
Eine weitere Technologie setzt sog. Ethylenblocker ein. Ethylen ist der Botenstoff, der für die Reifung und auch für den Verderb in der Frucht zuständig ist. Nachreifende Früchte geben dieses Gas auch an ihre Umgebung ab. Deshalb sollten Bananen auch nicht in der Nähe von Tomaten gelagert werden, da diese sonst schneller faul werden. Die Ethylenblocker blockieren die Wirkungsweises dieses Gases. Auch hier wird der Reifungsprozess also unterbrochen und kann zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder fortgesetzt werden.

 

Beide Verfahren haben den ökologischen Vorteil, dass der Transport per Schifffracht – und damit immerhin so umweltschonend wie möglich – durchgeführt werden kann. Katastrophal sieht die Ökobilanz nämlich beim Transport per Flugzeit aus. Der CO2-Ausstoß ist hier 60-90 mal so groß!!

 

Meine Tipps zum richtigen Umgang mit (Süd-) Obst:

  • Prinzipiell gilt: regionales und saisonales Obst bevorzugen.
  • Heimische Obstsorten dann konsumieren, wenn sie bei uns (!) unter normalen Bedingungen reif werden, wie z.B. Erdbeeren. Erdbeeren mitten im Winter schmecken erstens fad und weisen zweitens eine katastrophale Öko-Bilanz auf. Dafür sollten wir im Sommer die große Auswahl unserer eigenen Obstsorten nutzen.
  • Im Winter, wenn bei uns nur Äpfel und Birnen Saison haben, kann man gern auf Südfrüchte ausweichen. Im Sommer dafür eher  drauf verzichten.
  • Finger weg von Flugmangos oder Flugananas. Sie schmecken zwar  sehr lecker, leider aber mit miserablen Öko-Footprint.
  • Avocados und Mangos sind beim Kauf meistens steinhart. Wer den Reifungsprozess beschleunigen will, kann sie dick in Zeitungspapier einwickeln. Sie geben dann das Ethylen verstärkt an sich selbst ab.

Gestern hatte ich wieder einmal Gelegenheit meinen Lieblingsvortrag zu halten: „Die 10 populärsten Ernährungsirrtümer“. Und ganz ehrlich: bei 10 muss ich mich schon auf die wichtigsten beschränken.

Einer der hartnäckigsten Vorurteile zum Thema gesunder Ernährung lautet in etwa: „Durch die Verwendung von Süßstoffen nimmt man ab“. Klar, Süßstoffe haben keine Kalorien. Sie rutschen quasi einfach durch den Körper durch. Aber sie hinterlassen ihre Spuren. Und das ist auch leicht nachvollziehbar. Süßstoffe kennt unser Körper nicht. Denn der ist immer noch auf die Steinzeit programmiert. Damals gab’s zwar süße Früchte, aber weder Saccharin noch Aspartam. Unser Körper schmeckt beim „Low Fat Joghurt ohne Zuckerzusatz“ (aber mit viel Aspartam) süß und setzt die entsprechenden Mechanismen in Gang. Konkret ist das eine nicht zu unterschätzende Insulinwirkung. Die wiederum sorgt dafür, dass unser Blutzuckerspiegel in den Keller rauscht. Das Ergebnis: HUNGER !!!! Schweinezüchter kennen diese Wirkungskette und vertrauen voll auf sie. Damit die Ferkel schön viel essen und damit dick und fett werden, füttert man sie mit Saccharin (ist im übrigen auch billiger als was anderes…)  So viel zum Thema Abnehmen.

Was Süßstoffe  noch so im Körper anrichten können, liest man am besten bei Hans Ullrich Grimm nach. Er schreibt zwar etwas provokant, glänzt aber mit brillanter Recherche. Viele seiner Bücher („Die Ernährungslüge“, „Die Kalorienlüge“, „Die Suppe lügt!“) beschäftigen sich mit Zusatzstoffen in unserer Ernährung. Spannend zu lesen und ab und zu auch mal zu hinterfragen.

Die Frage, die sich nun ausweglos stellt: Ist Zucker nun doch besser? Meine Antwort: In Maßen (!) JA. Vor allem Kinder sollten die Finger von Süßstoff lassen. Da ist ein bisschen Zucker (noch besser: Agavensirup zum Süßen von Joghurt und Nachspeisen) noch immer die bessere Wahl. Süßstoffe lassen den kindlichen Organismus Amok laufen. Vielleicht nicht unmittelbar, aber spätestens wenn sich in der Pubertät die ersten Kilos auf den Hüften breit machen.
Mein Tipp für alle iphone-User: Mit dem app „Ieno“ kann man sich bequem alle Zusatzstoffe mit Erklärung und Wirkungsweise für den Körper aufs Handy holen!

Die 10 größten Ernährungsirrtümer, Teil 2 >>

 

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